Der Rimowa Designpreis 2026 hat ein Übersetzungsarmband als Gewinnerprojekt gekürt, das die herkömmliche Vorstellung von Mobilität erweitert. Die jungen Designer, Samuel Nagel und Paul Feiler, präsentierten ein Gerät, das Gebärdensprache in gesprochene Sprache übersetzt und umgekehrt. Das Konzept übertrifft traditionelle studentische Projekte und wurde von erfahrenen deutschen Designern betreut. Es verbindet den Aspekt der Mobilität nicht nur mit physischer Bewegung, sondern auch mit dem Zugang zur Welt durch verbesserte Kommunikationsmöglichkeiten. Der seit 2023 verliehene Rimowa Designpreis zielt darauf ab, junge Talente im deutschsprachigen Raum zu fördern und innovative Ideen im Bereich der Mobilität auszuzeichnen.
Die Innovation des „Nura“-Armbands liegt in seiner Fähigkeit, Kommunikationsbarrieren zwischen gehörlosen und hörenden Menschen zu überwinden. Das tragbare Gerät nutzt Sensoren, um Muskelbewegungen im Unterarm zu erfassen und wandelt diese in gesprochene Sprache um, während gesprochene Sprache in Text übertragen wird. Zusätzlich werden Gesichtsausdrücke analysiert, um die Kommunikation präziser zu gestalten. Die Erfinder betonten, dass „Nura“ mehr als ein technisches Hilfsmittel sein soll; es versteht sich als ein „cooles Accessoire“, das Selbstbewusstsein und soziale Inklusion fördert, anstatt zu stigmatisieren. Die Inspiration für das Projekt entstand aus Gesprächen mit Gebärdensprachdolmetschern, die den Designern die realen Herausforderungen in der Kommunikation aufzeigten.
Dieses Projekt spiegelt einen Wandel im Verständnis von Mobilität wider, der sich nicht mehr nur auf Fahrzeuge oder Infrastruktur beschränkt, sondern auch soziale Teilhabe und Selbstbestimmung umfasst. Die Gewinner hoben hervor, dass „Mobilität die Fähigkeit ist, sich überall hin bewegen und frei sein zu können“, und betonten, wie vielfältig dieser Begriff im Designkontext interpretiert werden kann. Für das Reiseunternehmen Rimowa, das seit über 125 Jahren Produkte für Reisende entwickelt, schließt sich damit der Kreis: Kommunikation ist ein wesentlicher Bestandteil jeder Reise. „Inklusivität hängt stark mit Mobilität zusammen“, so Samuel Nagel, „dass ich mich frei entscheiden kann, das zu machen und dorthin zu gehen, wo ich möchte.“ Paul Feiler ergänzte: „Selbstbestimmte Mobilität bedeutet auch Kommunikationsfreiheit.“ Das Projekt „Nura“ überzeugte die Jury durch die Verbindung von Technologie, Ästhetik und gesellschaftlicher Relevanz, indem es Probleme löst, ohne sie in den Vordergrund zu drängen.
Der Erfolg von „Nura“ und die Anerkennung durch den Rimowa Designpreis zeigen, dass Technologie und Design die Kraft besitzen, gesellschaftliche Grenzen zu überwinden und ein inklusiveres Miteinander zu ermöglichen. Die Auszeichnung der jungen Designer symbolisiert nicht nur den Beginn ihrer beruflichen Laufbahn, sondern auch die fortlaufende Entwicklung einer Welt, in der Zugänglichkeit und gegenseitiges Verständnis immer wichtiger werden. Es ist ein Aufruf an uns alle, Innovationen zu unterstützen, die das Leben bereichern und die individuelle Freiheit stärken.